Traces of people
Spuren von Menschen
Ślady ludzi
tracos dos homens


Exhibition/ Installation
MCK/ International Cultural Center Kraków/ ICC/
Rynek Główny 25


Seen through the eyes of a stranger, the exhibition Traces of People focuses on artistic dialogue between Cristiano Mascaro, a Brazilian photographer, and Sławomir Rumiak, a Polish multimedia artist.

During his three visits to Poland, Cristiano Mascaro concentrated on four cities: Gdańsk, Warsaw, Łódź, and Kraków. First, he documented places of work – old factories, in particular; he then investigated residential buildings and cities; finally, he ended up with an observation of the interiors of people’s homes.

Sławomir Rumiak focused on São Paulo, one of the world’s largest metropolises, established by people searching for work. In spite of the city’s population, which amounts to millions of people, nobody is really ever seen in the film. Relating the film with Cristiano Mascaro’s photographs, you will discover traces of human beings: their places, stories, dreams, and longings.


After being shown in Kraków, the exhibition will remain on display at Instituto Tomie Ohtake in São Paulo, as part of the presentation of Polish culture in Brazil in 2016, organised by Culture.pl.


Exhibition concept: Stephan Stroux
Curator: Stephan Stroux
The ICC Curator: Natalia Żak
Coordination: Regina Pytlik
Exhibition design: Stephan Stroux, Maria Paszkowska
Cooperation: Aleksander Gowin, Dorota Kwinta, Katarzyna Sójka (Culture.pl)


Fotos und Film sind festgehaltene Zeit. Sie bestimmen die Reise zwischen Brasilien und Polen: vom Leben zur Arbeit, von der Arbeit zum Lebensraum. Es muss viele Menschen gegeben haben! Wir sehen noch die Spuren, ihre Häuser und Städte: Innenräume als Spiegel ihrer Sehnsüchte und sozialen Bedingungen. Alle diese Spuren verweisen auf Menschen, die von irgendwoher aufgetaucht sind, um Arbeit zu finden, ihren Ort zum leben oder überleben. In die Abwesenheit von Menschen mischen sich Schmerz mit Erinnerung an die Kostbarkeit des Banalen und Alltäglichen.

Cristiano Macsaro und Sławomir Rumiak
sind große Reisende und Forscher, staunende Kinder und Entdecker. Gemeinsam entsteht ein Universum zwischen Bewegung und Stillstand, eine Erinnerung der Todeszone zwischen Gestern und Morgen. Sie bewegen sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen und ihrer jeweils eingesetzten künstlerischen Mittel.


In ihrem Blick und den Formen ihrer Kunst
zwischen Foto und Video spiegeln sich das eigene und das andere Land, um es für sich zu entdecken. Sie führen mit ihren Bildern stellvertretend den Dialog zwischen beiden Ländern, der den Zuschauern ermöglicht, das andere Land, aber auch das eigene Land neu kennenzulernen.


Cristiano Macsaro hat sich in drei Reisen auf vier Städte Polens konzentriert: Gdańsk, Warszawa, Łódź und Kraków. Er ging aus von der Arbeit an ehemaligen Orten der Schwerindustrie, um sie dann mit den Wohnungen der Menschen, die dort arbeiteten, in Bezug zu setzen. Industrieorte spiegeln gerade in Polen verschiedene Epochen und kulturelle Einflüsse. Er suchte Spuren der Menschen auf dem Weg vom Ort der Arbeit zum Ort des Lebens, ihrer Alltäglichkeit.


Sławomir Rumiak setzte sich mit seiner Kamera dem extremen Ort São Paulo aus. Er sucht es als Stadt ohne Menschen einzufangen, als Stadt der Spuren unendlich vieler Menschen, die dorthin gezogen waren, um Arbeit zu finden. Das Betonhäusermeer bis zum Horizont, die Gerippe leerstehender Hochhäuser aus den 20iger bis 50ziger Jahren erinnern daran, dass Mitte des 19. Jahrhunderts hier nur 400 000 Menschen lebten.

Cristiano Macsaro Bilder atmen. Sie haben einen Ton. Man kann sie hören. Sie weiten sich aus und ziehen sich zusammen. Zwischen weiß und schwarz, in den Grautönen zeigt sich Stillstand als Bewegung. Das Licht verschärft und verdichtet, definiert den Raum, der den sich darin befindenden Menschen, Landschaften und Gegenständen ihre Erzählung von Leben gibt.

Sławomir Rumiak, die Bewegung seiner Kamera,
seiner Bilder ist Stillstand – die Kamera hält den Atem an. In der Bewegung zeigt sich der Stillstand.

2016 wird die Ausstellung in São Paulo – im Instituto Tomie Ohtake – gezeigt

Polen und Brasilien werden durch umgekehrte Klimaregionen - getrennt durch den Äquator – bestimmt. Der angesagte Klimawandel träumt uns in die Vermischung der Orte: Polen wird São Paulo. Was kommt danach? Die Bilder der Ausstellung sind keine Dokumentation, kein Sozialreport, sie spiegeln die Erinnerung an Gegenwart/Menschen.

Weitere Infos: www.mck.krakow.pl