und dann... die Rechtfertigung der Gewalt
Inszenierungen von Orten

29. Mai: Bebelplatz
und dann... die Rechtfertigung der Gewalt

6. September: Schlüterhof/ DHM
Sehnsucht leben ein Ausnahmezustand

2. Oktober: RadialsystemV
Zuunft ohne Grenzen, Zukunft ohne Kriege

 

2. Oktober: RadialsystemV 21:00 Uhr
Zukunft ohne Grenzen, Zukunft ohne Kriege


In Kooperation mit dem Radialsystem V
Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin, www.radialsystem.de

Zukunft ohne Kriege / Zukunft ohne Grenzen verbindet in einer Komposition aus Texten, Filmen, Performance und Musik die Erinnerung an die Grenze Spree (und die Pläne der NVA zur Eroberung von Westberlin) mit der Verschiebung der Grenze an den Rand von Europa. Neue tödliche Grenzen, statt Ost und West jetzt ein Schutzwall gegen Migration? Die Frage nach europäischer Humanität und moralischer Widerstandsfähigkeit nennt dies der polnische Philosoph Zygmunt Bauman. Eine kulturelle Konditionierung zu Gewalt und den Kriegen der Zukunft? Die Ideologie des Konsums als Zerstörung europäischer Werte in der Spannung zur Proklamation eines kosmopolitischen Europa (Ulrich Beck). Die dramatische Suche nach europäischer Identität durch klassische Konzerte des polnischen Pianisten Andrzej Sobieski steht im Kontrast zur anarchischen Lust an der Überschreitung von Grenzen der polnischen Undergroundband Mitch&Mitch. Am Ufer der Spree treffen sie auf weiteres Treibgut: u.a. Stravaganza/ Tango im Fluss, Bando/ Percussion, Bastiaan Maris / Heater, Eddie Egal/ schwimmende Feuerdusche; Peter Franke, Rafael Stachowiak.

Programmvorschau

Andrzej Sobieski – Suche nach Europa – klassische Konzerte

Zygmunt Bauman Texte zu Europa "Leben in der flüchtigen Moderne"

Bastiaan Maris / Heater - Bando/ Percussion - Kampf um die Überquerung der Spree / Die Pläne der NVA zur Eroberung von West Berlin

Eddie Egal - die schwimmende Feuerdusche

Andrzej Sobieski Kompositionen zum Warschauer Aufstand

Ulrich Beck "ein kosmopolitisches Europa, ein Ausblick"

BigBand Mitch&Mitch - Konzert

Mitch & Mitch - Jürgen Hans Meier oder wer hat wirklich die Berliner Mauer durchbrochen?

Künstlerische Leitung: Stephan Stroux

Download: Pressemappe

 

6. September: Schlüterhof/ DHM 21:00 Uhr
Sehnsucht leben ein Ausnahmezustand

2. Teil der Trilogie - "und dann… die Rechtfertigung der Gewalt" / 6. September im DHM als Finissage der Ausstellung "Deutsche und Polen /1939/ Abgründe und Hoffnungen".
Eine deutsch-polnische Vision als poetische Collage mit Musik, Texten und Filmen in Erinnerung an den Warschauer Aufstand.

Der Warschauer Aufstand baute vor dem Kampf um die Freiheit bereits auf die faszinierende Struktur einer Zivilgesellschaft, die, im Untergrund entwickelt, der Zeit nach der Okkupation eine humane und demokratische Perspektive geben sollte.

Mit: Filmdokumenten des Museums des Warschauer Aufstands, Texten aus dem Warschauer Aufstand von Miron Białoszewski, Jan Kott und Czesław Miłosz. Ein Dialog deutscher und polnischer Schauspieler (u.a. Peter Franke).

Musik: Der Warschauer Pianist Andrzej Sobieski mit Kompositionen zum Aufstand im War-schauer Ghetto: "7 rhapsodies" und zum Warschauer Aufstand von 1944: "Liberation".
Julia Marcell, eine der ungewöhnlichsten Begabungen der jungen Künstlergeneration Polens (mit polnischen und deutschen Musikern)
Aus Berlin: Jan Tilman Schade, Cello / Trommelgruppe Bando.



  
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29. Mai: Bebelplatz
und dann... die Rechtfertigung der Gewalt

Wie wird Gewalt sich selbst und der Welt gegenüber gerechtfertigt? Kündigen Rechtfertigungen kommende Gewalt an? Sind sie wie ein Seismograph, an dem sich der Stand einer Gesellschaft ablesen lässt?

Zwischen Feuer und Eis, Bildern und Texten umkreisen polnische und deutsche Musiker, Tänzer, Schauspieler den Bebelplatz. Im Zentrum des Platzes, verbunden mit dem Denkmal die leere Bibliothek von Micha Ullman, steht eine Eissäule mit einem darin eingefrorenen Buch. Dort, wo durch die Bücherverbrennung der Nazis Feuer zum zerstörerischen Element wurde, wird Eis mit Feuer geschmolzen bis das darin verborgene deutsch-polnische Buch das wahre Ende des Kriegs liegt vor seinem Anfang freigesetzt ist.

Eine Videoperformance über Bücherverbrennen von Kain Karawahn führt zum Tango auf Eis - getanzt mit verbundenen Augen - begleitet vom Orchester Roma Terno. Der Film Mary Koszmary von Yael Bartana erinnert an den Verlust jüdischer Kultur in Europa.
Ölfässer werden zu Trommeln, mit deren Rhythmen die Gruppe Bando den Platz einschließt, Bastiaan Maris und sein Heater, eine Feuer speiende Stahlorgel, stehen im musikalischen Dialog mit der Cellaria für celloid, Stimme und Elektronik von Jan Tilman Schade und der Klezmer Gruppe Transkapela.


Der Bebelplatz wird zum Hyde Park Corner für Texte über die Bücherverbrennung, den Warschauer Aufstand, Friedrich den Großen, die National Security Strategy von 2002, über die Legitimation von Folter. Ein zentrales Moment sind polnische und deutsche Geschichten, die die Grundlage für das aus dem Eis freigesetzte Buch bilden.

Wie gehen wir in 2009 mit den Jahrestagen um, die sich mit Ereignissen des Scheckens und Momenten voller Hoffnung verbinden? Der Überfall auf Polen 1939, der Warschauer Aufstand 1944, die Weimarer Verfassung von 1919, die Verfassung der BRD von 1949, der runde Tisch und die freien Wahlen in Polen, die friedliche Revolution in der DDR 1989.

Für den Regisseur Stephan Stroux sind sie Anlass, an historisch besetzten Orten in Berlin Mitte drei verschiedene, sich in ihrem Fokus zum Thema verschiebende Aufführungen mit 60 Künstlern aus Polen und Deutschland zu inszenieren. Die szenischen Mittel wie Feuer, brennender Sand, schmelzendes Eis, Landschaften aus zerbrochenem Glas, Filmprojektionen und Live-Video verdichten das Spannungsfeld zwischen dem historischen Raum und Erzählungen unserer Gegenwart.



 

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Beitrag der Deutschen Welle. (polnische Fassung) zum Beitrag...
Beitrag der Deutschen Welle. (deutsche Fassung) zum Beitrag...

Filmaufnahme der Aufführung: zum Film

 

das wahre Ende des Kriegs liegt vor seinem Anfang - ein Buch

Polnische und deutsche Autoren sind eingeladen, sich mit den unterschiedlichsten Formen der Rechtfertigung von Gewalt auseinander zu setzen. Die Texte von Jacek Dehnel, Marian Pankowski und Magdalena Tulli, Volker Braun, Salinia Stroux, Durs Grünbein, Matthias Göritz, Sylke Scheuermann sind Teil der Aufführungen und werden als zweisprachiges Buch das wahre Ende des Kriegs liegt vor seinem Anfang in Polen und Deutschland erscheinen.

Für die Zusammenarbeit in dem polnisch-deutschen Projekt über den Warschauer Aufstand Virtuelle Brücke in der Weichsel (Warschau 2006) wurde die künstlerische Leitung 2008 mit dem Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen ausgezeichnet. und dann… die Rechtfertigung der Gewalt führt den Dialog und die Zusammenarbeit polnischer und deutscher Künstler in Berlin weiter.



und dann... die Rechtfertigung der Gewalt

Ein Projekt von Brücken im Fluss g.e.V. (Berlin) und Fundacja Kultury (Warschau)
Künstlerische Leitung: Stephan Stroux

Partner in Polen
mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Kultur und Nationalerbe der Republik Polen und die Stadt Warschau iIn Zusammenarbeit mit dem Adam Mickiewicz Institut, dem Museum des Warschauer Aufstands, Historisches Museum Polen

Partner in Deutschland
Deutsches Historisches Museum, RadialsystemV gefördert durch die Deutsche Bank und das Auswärtige Amt mit freundlicher Unterstützung durch ALBA und die Staatsoper Unter den Linden

Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

In Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum.

Kontakt:
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Gabriel Pol
Scherer Str. 8a
13347 Berlin

Tel: +49 30 78080827 / Mobil: +49 160 5208908
presse@stephanstroux.de

           

 

    


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